Bitterkleeblätter, geschnitten
aus kontrolliert biologischem Anbau aus EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft (DE-ÖKO 039)
Synonyme:
Trifolii Fibrini Folium, Menyanthes Trifoliata L., Fieberklee, Gallkraut, Magenklee, Bachgläsli, Dreiblatt, Hasenohr, Gallkraut, Wasserfieberkraut, Wasserklee, Ziegenlappen
Teeaufguss:
1 Teelöffel Bitterkleeblätter mit ca. 1/4 l kaltem Wasser übergießen, zum Sieden bringen, 1 Min kochen und direkt abseihen.
Sicherheitshinweis:
Immer mit kochendem Wasser aufgießen, nur so erhalten Sie ein sicheres Lebensmittel!
Vor Licht und Feuchtigkeit geschützt aufbewahren.
Bitte beachten:
Da es sich um ein Naturprodukt handelt, kann die Abbildung vom gelieferten Produkt abweichen.
Geschmack und Einordnung
Bitterklee bringt eine klare, trockene Bitterkeit ins Glas, mit einer eher grünen, leicht herben Blattnote. Im Aufguss wirkt das Aroma geradlinig und wenig verspielt, eher wie ein sauber gezogener Bitterton, der den Gesamtgeschmack ordnet. Genau das macht ihn in der Teeküche so interessant, denn er kann Mischungen Struktur geben, ohne dass alles nach Pfefferminze oder Gewürz schmeckt.
Praktisch gedacht ist Bitterklee selten der Star, sondern eher ein handwerklicher Baustein. In kleinen Anteilen setzt er einen bitteren Rahmen, der fruchtige, blumige oder würzige Komponenten klarer wirken lässt. Wer Teemischungen gern mit Tiefe und Kontur baut, nutzt Bitterklee wie eine Prise Salz in der Küche, dosiert, aber wirkungsvoll im Gesamteindruck.
Herkunft und Hintergrund
Bitterklee ist eine typische Pflanze nasser Standorte. Er wächst dort, wo der Boden dauerhaft feucht bis nass ist, etwa an Moor und Sumpfrändern, in Verlandungszonen von Teichen oder in ruhigen Gräben. Statt holziger Triebe bildet die Pflanze ein kriechendes Wurzelgeflecht, aus dem aufrechte Blattstiele und Blütenstände hervorgehen. Das erklärt auch, warum Bitterklee oft in lockeren Beständen auftaucht und ganze Flächen durchzieht, wenn der Standort passt.
Charakteristisch sind die dreigeteilten Blätter, die auf den ersten Blick an Klee erinnern, botanisch aber eine ganz andere Geschichte erzählen. Im späten Frühling und Frühsommer erscheinen zarte Blüten in hellen Tönen, deren innere Kronblätter auffällig fransig wirken. Diese Blütenoptik ist nicht nur hübsch, sie macht Bitterklee auch im Gelände erstaunlich gut erkennbar, selbst wenn man nur kurz am Rand eines Feuchtgebiets vorbeikommt.
Verbreitet ist Bitterklee über weite Teile der subarktischen und gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel. Wo Moore und Feuchtwiesen zurückgehen, wird die Pflanze automatisch seltener, weil sie an genau diese speziellen Bedingungen gebunden ist. Für den Handel bedeutet das, dass Herkunft und Umgang mit dem Rohstoff eine Rolle spielen, denn Feuchtbiotope sind empfindliche Lebensräume und nicht jeder Bestand eignet sich für eine Nutzung.
Für Tee und Kräuterküche werden die Blätter geerntet und schonend getrocknet. Entscheidend sind dabei ein sauberer Schnitt, eine gleichmäßige Trocknung und ein Blattbild, das nicht zu staubig ist. Gut verarbeitete Ware zeigt eine klare Blattstruktur und einen bitteren Duft, der eher frisch und grün wirkt als muffig oder flach. Die Bitterkeit ist dabei kein Zufall, sondern ein Qualitätsmerkmal, denn Bitterklee ist traditionell genau wegen dieses markanten Geschmacks geschätzt.
Auch sprachlich ist der Name selbsterklärend. Bitterklee verbindet die Form der Blätter mit dem Geschmack, den man sofort erkennt. Das Artwort verweist ebenfalls auf die Dreiteilung der Blätter. Und in der europäischen Kräuterkultur taucht Bitterklee immer wieder im Umfeld bitterer Kräutermischungen auf, nicht als dekorative Zutat, sondern als bewusst gesetzter Ton, der Rezepturen eine klare Richtung geben kann.
Teemischungen nach Roland Draht
In Roland Drahts System sind die Teemischungen thematisch nach Körperbereichen gegliedert. Bitterklee taucht dabei nicht als Solist auf, sondern als Bestandteil, der Mischungen geschmacklich strafft und ein klares Profil mitprägt. Sein Beitrag ist vor allem die saubere Bitterlinie, die eine Rezeptur erdet und dafür sorgt, dass andere Kräuter nicht ins Beliebige abdriften.
Im Themenfeld Verdauung ist Bitterklee als Baustein in verschiedenen Rezepturen geführt, etwa in Tee Nr. 62 und Tee Nr. 66. In solchen Mischungen unterstützt er die Gesamtkomposition, indem er aromatische Rundung und klare Kontur verbindet, ohne selbst laut zu werden.
Ein weiterer Bezug findet sich im Themenfeld Herz und Kreislauf, zum Beispiel in Tee Nr. 26. Inhaltlich passt Bitterklee hier als klassisches Bitterblatt, denn die Blätter bringen Bitterstoffgruppen aus dem Secoiridoid Bereich mit, außerdem begleitende Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Phenolcarbonsäuren und Cumarine. Diese Zusammensetzung erklärt vor allem die intensive Bitterkeit und macht Bitterklee als strukturgebenden Bestandteil in Rezepturen plausibel, ohne dass man daraus eine konkrete Wirkung ableiten muss.
Qualität bei Kräuter & Wege
Bei Kräuter & Wege achten wir bei Bitterklee besonders auf ein sauberes Blattbild und einen Schnitt, der sich gut dosieren lässt. Wir arbeiten in kleinen Chargen, prüfen die Ware sensorisch und sortieren konsequent aus, wenn Blattanteile zu brüchig, zu dunkel oder zu staubig wirken. So bleibt das Produkt in der Handhabung verlässlich, sowohl für puren Aufguss als auch als Bestandteil eigener Mischungen.
Abgefüllt wird von Hand und aromaschonend verpackt, lichtgeschützt und sauber etikettiert. Beim Versand zählt für uns, dass die Kräuter trocken, geschützt und sicher bei Ihnen ankommen, damit Duft und Geschmack so erhalten bleiben, wie sie beim Abfüllen waren.
Wichtiger Hinweis: Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information über Lebensmittel und deren traditionelle Verwendung. Es handelt sich nicht um Heilaussagen im Sinne des Heilmittelwerbegesetzes (HWG) und nicht um gesundheitsbezogene Angaben gemäß der EU-Health-Claims-Verordnung (VO (EG) Nr. 1924/2006). Die beschriebenen Inhalte ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Heilberufler.



