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Tausendgüldenkraut, geschnitten
aus kontrolliert biologischem Anbau aus EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft (DE-ÖKO 039)
Synonyme:
Centaurii Minoris Herba, Centaurium Erythraea Rafn, Bitterkraut, Echtes Tausendgüldenkraut, Erdgallenkraut, Fieberkraut, Tausendguldenkraut, Roter Aurin
Teeaufguss:
1-2 Teelöffel Tausendgüldenkraut mit ca. 250 ml siedendem Wasser übergießen und nach 5-8 Minuten abseihen. Empfohlen wird auch ein Kaltauszug: 1 Teelöffel Tausendgüldenkraut mit 250ml kaltem Wasser übergießen, nach 6-10 Stunden abseihen (gelegentlich umrühren). Jeweils vor den Mahlzeiten 1 Tasse erwärmen und trinken.
Sicherheitshinweis:
Immer mit kochendem Wasser aufgießen und mindestens 5 Minuten ziehen lassen. Nur so erhalten Sie ein sicheres Lebensmittel.
Vor Licht und Feuchtigkeit geschützt aufbewahren.
Bitte beachten: Da es sich um ein Naturprodukt handelt, kann die Abbildung vom gelieferten Produkt abweichen!
Geschmack und Einordnung
Tausendgüldenkraut gehört geschmacklich zu den ausgesprochen bitteren Kräutern. Seine charakteristische Bitterkeit steht deutlich im Vordergrund und prägt einen Teeaufguss bereits in vergleichsweise kleinen Mengen. Das Aroma selbst ist eher zurückhaltend, krautig und wenig süßlich. Dadurch entsteht ein klarer, herber Pflanzencharakter, der sich deutlich von milden Blütenkräutern oder stark aromatischen Gewürzpflanzen unterscheidet.
In Kräuterteemischungen eignet sich Tausendgüldenkraut besonders als gezielt eingesetzte Bitterkomponente. Fenchel, Kümmel oder Süßholzwurzel können die intensive Herbe geschmacklich abrunden, während Pfefferminze oder andere aromatische Kräuter zusätzliche Frische einbringen. Wegen seines markanten Profils muss Tausendgüldenkraut eine Mischung nicht mengenmäßig dominieren, um geschmacklich wahrnehmbar zu sein. Gerade diese ausgeprägte Bitterkeit macht das Kraut in der klassischen Teeküche zu einem charakteristischen Bestandteil komplexer Kräuterkombinationen.
Herkunft und Hintergrund
Das Echte Tausendgüldenkraut trägt den botanischen Namen Centaurium erythraea Rafn. s.l. und gehört zur Familie der Enziangewächse. Die Bezeichnung s.l. bedeutet, dass die Art im weiteren Sinne verstanden wird und mehrere eng verwandte Formen umfasst. Die Pflanze ist zweijährig und bleibt mit einer Höhe von meist etwa 30 Zentimetern vergleichsweise zierlich. Im ersten Jahr bildet sie zunächst eine bodennahe Blattrosette. Erst im zweiten Jahr entwickelt sich der verzweigte Stängel mit den auffälligen rosaroten Blüten.
Die Blüten stehen zahlreich zusammen und besitzen eine typische röhrenförmige Gestalt mit fünf Zipfeln. Ihre intensive rosarote Färbung hat auch im botanischen Namen Spuren hinterlassen. Das Artepitheton erythraea verweist auf die rötliche Blütenfarbe. Nach der Blüte entstehen längliche Kapselfrüchte, die zahlreiche sehr kleine Samen enthalten. Die Hauptblütezeit liegt in den Sommermonaten und reicht gewöhnlich von Juli bis September.
Tausendgüldenkraut ist in weiten Teilen Europas verbreitet. Sein Vorkommen reicht vom Mittelmeerraum bis zu den Britischen Inseln und nach Skandinavien. Darüber hinaus kommt die Pflanzengruppe auch in Teilen Nordafrikas, Westasiens und Nordamerikas vor. Damit besitzt Centaurium erythraea ein großes geografisches Verbreitungsgebiet. Trotz der zarten Erscheinung ist die Pflanze dadurch in sehr unterschiedlichen Regionen der gemäßigten Klimazonen bekannt geworden.
Für die Gewinnung von Tausendgüldenkraut werden die oberirdischen Teile der blühenden Pflanze genutzt. Dazu gehören Stängel, Blätter und Blüten sowie in geringem Umfang junge Kapselfrüchte. Nach der Ernte wird das Pflanzenmaterial getrocknet und für die weitere Verarbeitung geschnitten oder zerkleinert. Im europäischen Kräuterhandel sind traditionell Herkünfte aus Südosteuropa sowie aus dem Mittelmeerraum und Nordafrika beschrieben. Eine sorgfältige Ernte und Trocknung sind wichtig, damit die typische Struktur des Krautes und sein charakteristisches Bitterstoffprofil erhalten bleiben.
Botanisch steht Tausendgüldenkraut in enger Verwandtschaft zu anderen Enziangewächsen, einer Pflanzenfamilie, in der ausgeprägte Bitterstoffprofile häufig vorkommen. Für Centaurium erythraea sind vor allem Bitterstoffe vom Secoiridoidtyp charakteristisch. Sie bestimmen wesentlich den intensiven Geschmack des Krautes und erklären, weshalb bereits geringe Anteile in einer Kräutermischung sensorisch deutlich wahrnehmbar sein können. Die Qualität von Centaurii herba ist auch im Europäischen Arzneibuch beschrieben, was die lange Bedeutung des Krautes im europäischen Pflanzenhandel unterstreicht.
Neben seiner botanischen Geschichte besitzt Tausendgüldenkraut eine besonders interessante Namensgeschichte. Sowohl der wissenschaftliche Gattungsname Centaurium als auch der deutsche Name führen weit zurück in die europäische Kultur und Sprachgeschichte. Aus antiken Vorstellungen, lateinischen Wortdeutungen und späteren volkstümlichen Übertreibungen entstand schließlich der ungewöhnliche Name Tausendgüldenkraut, der bis heute zu den einprägsamsten deutschen Pflanzennamen gehört.
Mythen und Geschichten
Der Name Centaurium wird mit dem griechischen Begriff für die Kentauren in Verbindung gebracht. In der antiken Überlieferung galten diese sagenhaften Wesen nicht nur als Bewohner wilder Wald und Berglandschaften, sondern wurden teilweise auch mit besonderem Wissen über Pflanzen und Kräuterkunde verbunden. Diese Vorstellung prägte die Namensgeschichte der Pflanzengattung und verbindet das eher unscheinbare Tausendgüldenkraut bis heute sprachlich mit der Welt antiker Mythen.
Auch der deutsche Name hat eine bemerkenswerte Entwicklung hinter sich. Eine Erklärung führt ihn auf die lateinischen Worte centum aurei, also hundert Goldstücke, zurück. Daraus entwickelte sich zunächst die Bezeichnung Hundertguldenkraut. Die außergewöhnliche historische Wertschätzung der Pflanze führte später offenbar zu einer sprachlichen Steigerung: Aus hundert wurden tausend Gulden und schließlich das heutige Tausendgüldenkraut. Der Name ist damit weniger eine botanische Beschreibung als ein sprachliches Zeugnis dafür, welchen besonderen Stellenwert Menschen der Pflanze früher zuschrieben.
Teemischungen nach Roland Draht
Im Buch Tee Therapie mit System verwendet Roland Draht Tausendgüldenkraut in mehreren Kräuterkombinationen des Themenbereichs Verdauung und Stoffwechsel. Dabei wird das intensiv bittere Kraut mit verschiedenen aromatischen, milden und ebenfalls bitter geprägten Pflanzen kombiniert.
Ein Schwerpunkt liegt im Buch auf dem Themenfeld Magen und Verdauung. Tausendgüldenkraut ist dort beispielsweise Bestandteil von Tee Nr. 61 und Tee Nr. 62. In diesen vom Buch beschriebenen Rezepturen trifft es unter anderem auf Fenchel, Kümmel, Kamille, Pfefferminze und Süßholzwurzel. Dadurch wird seine ausgeprägte Bitterkeit in ein breiteres geschmackliches Kräuterprofil eingebettet.
Ein weiteres Themenfeld innerhalb dieses Buchkapitels ist die Verdauungsbalance. Hier taucht Tausendgüldenkraut beispielsweise in Tee Nr. 65 auf. Auch diese Einordnung folgt der Systematik und Rezeptur des Buches. Aus botanischer Sicht ist besonders das charakteristische Bitterstoffprofil des Tausendgüldenkrauts hervorzuheben. Prägend sind Bitterstoffe vom Secoiridoidtyp, die den intensiven, herb bitteren Charakter des Krautes bestimmen. Diese Pflanzenstoffe erklären seine geschmacklich markante Rolle innerhalb komplexer Kräutermischungen, ohne daraus eine konkrete Wirkung für die jeweilige Rezeptur abzuleiten.
Qualität bei Kräuter & Wege
Bei Kräuter & Wege arbeiten wir mit kleinen Chargen und achten auf eine sorgfältige Kontrolle des Pflanzenmaterials. Das Tausendgüldenkraut wird vor der Abfüllung geprüft, von Hand abgefüllt und aromaschonend verpackt. Eine möglichst lichtgeschützte Lagerung unterstützt den sorgfältigen Umgang mit dem getrockneten Kraut bis zur Bestellung. Anschließend wird jede Packung sauber etikettiert, sicher verpackt und für den Versand vorbereitet.
Auch das verwendete Wasser beeinflusst, wie sich ein Kräutertee geschmacklich in der Tasse entfaltet. Gerade bei einem charakterstarken Bitterkraut wie Tausendgüldenkraut kann eine gute Wasserqualität zu einem klaren und ausgewogenen Geschmackserlebnis beitragen. Deshalb bieten wir neben Kräutern und Teemischungen auch ausgewählte Wasserfilter und Lösungen rund um die Wasserbelebung an. So lassen sich Pflanzenqualität, Wasser und sorgfältige Zubereitung sinnvoll miteinander verbinden.
Wichtiger Hinweis: Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information über Lebensmittel und deren traditionelle Verwendung. Es handelt sich nicht um Heilaussagen im Sinne des Heilmittelwerbegesetzes (HWG) und nicht um gesundheitsbezogene Angaben gemäß der EU-Health-Claims-Verordnung (VO (EG) Nr. 1924/2006). Die beschriebenen Inhalte ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Heilberufler.








