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Wegwartenwurzel, geschnitten
aus kontrolliert biologischem Anbau aus EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft (DE-ÖKO 039)
Synonyme:
Cichorii Radix, Cichorium intybus L., Wegwarte, Zichorie, Rattenwurz, Sonnenwirbel, Wegeleuchte, Hindlauf
Teeaufguss:
1 Teelöffel Wegwartenwurzel mit 250 ml kaltem Wasser übergießen und 2-3 Minuten kochen. Danach abseihen.
Hinweis:
Immer mit kochendem Wasser aufgießen und mindestens 5 Minuten ziehen lassen. Nur so erhalten Sie ein sicheres Lebensmittel.
Vor Licht und Feuchtigkeit geschützt aufbewahren.
Bitte beachten: Da es sich um ein Naturprodukt handelt, kann die Abbildung vom gelieferten Produkt abweichen!
Geschmack und Einordnung
Wegwartenwurzel besitzt ein deutlich herbes und bitteres Geschmacksprofil. Im Aufguss zeigt sie eine kräftige, erdige Wurzelnote mit einer trockenen, lang anhaltenden Bitterkeit. Anders als stark aromatische Kräuter steht bei ihr kein ätherischer Duft im Vordergrund. Charakteristisch ist vielmehr die Verbindung aus pflanzlicher Erdigkeit und ausgeprägter Herbe, die der Wurzel einen eigenständigen Charakter verleiht.
In Kräuterteemischungen kann Wegwartenwurzel bereits in moderater Menge eine deutlich wahrnehmbare Basis bilden. Sie lässt sich gut mit aromatischen Samen wie Fenchel und Kümmel, mit milderen Blüten oder mit weiteren bitter geprägten Pflanzen kombinieren. Süßlichere Bestandteile können ihre kräftige Herbe geschmacklich abrunden. Dadurch eignet sich Wegwartenwurzel besonders für komplexe Kräutermischungen, in denen erdige Wurzeltöne und Bitterkeit bewusst Teil des Gesamtprofils sein sollen.
Herkunft und Hintergrund
Wegwartenwurzel stammt von der Gemeinen oder Gewöhnlichen Wegwarte, botanisch Cichorium intybus L. Die Pflanze gehört zur Familie der Korbblütler und ist auch unter dem Namen Zichorie bekannt. Sie wächst aufrecht und verzweigt sich im oberen Bereich häufig auffällig sparrig. Charakteristisch sind die leuchtend hellblauen, seltener weißen Blütenköpfchen, die einzeln oder in kleinen Gruppen an den festen Stängeln sitzen. Die Blütezeit liegt überwiegend zwischen Juli und September.
Die Wegwarte ist in großen Teilen Europas verbreitet und kommt außerdem in Nordafrika, Vorderasien und weit bis nach Sibirien vor. In zahlreichen weiteren Regionen der Erde wurde sie eingebürgert. Besonders typisch sind Standorte, die vom Menschen geprägt werden. Man findet die Pflanze an Wegrändern, Bahndämmen, auf Schuttplätzen und anderen offenen Flächen. Diese auffällige Vorliebe für Wege und Feldränder hat ihre Namensgeschichte wesentlich geprägt.
Unterirdisch bildet die Wegwarte eine kräftige, milchsaftführende Wurzel, die etwa 10 bis 30 Zentimeter lang werden kann. Für Wegwartenwurzel werden die im Herbst gesammelten und anschließend getrockneten Wurzeln verwendet. Für den Handel wurde das Pflanzenmaterial traditionell auch aus Wildsammlungen gewonnen, unter anderem aus Polen und Russland. Nach der Ernte werden die Wurzeln gereinigt, getrocknet und je nach weiterer Verwendung geschnitten beziehungsweise zerkleinert.
Die Gemeine Wegwarte gehört zu einer botanisch und kulturgeschichtlich interessanten Pflanzengruppe. Mit ihr eng verwandt sind verschiedene Kulturformen, die heute als Gemüse oder Salat bekannt sind. Dazu gehört beispielsweise Chicorée. Eine weitere Kulturform ist die Wurzel oder Kaffee Zichorie, deren kräftige Wurzeln traditionell geröstet und als Kaffeeersatz verwendet wurden. Besonders in Zeiten, in denen Bohnenkaffee teuer oder nur eingeschränkt verfügbar war, entwickelte sich Zichorienkaffee zu einem bekannten Bestandteil der europäischen Alltagskultur.
Auch die Namensgeschichte verweist unmittelbar auf den Lebensraum der Pflanze. Der Gattungsname Cichorium wird mit griechischen Wortbestandteilen in Verbindung gebracht, die auf das Gehen am Feld beziehungsweise auf Feldwege verweisen. Der deutsche Name Wegwarte greift diese Vorstellung ebenfalls auf. Hinzu kommt das auffällige Verhalten der Blüten, die sich morgens im Sonnenlicht öffnen. Der Artname intybus geht auf eine ältere Pflanzenbezeichnung zurück und steht sprachgeschichtlich in Verbindung mit der Endivie, einer nahen Verwandten der Wegwarte.
Das Pflanzenstoffprofil der Wegwartenwurzel umfasst vor allem Inulin, bittere Sesquiterpenlactone, Cumarine und Phenolcarbonsäuren. Besonders Inulin ist ein charakteristischer Speicherstoff der Wurzel. Die Bitterstoffe prägen wesentlich ihren kräftig herben Geschmack. Die lateinische Fachbezeichnung lautet Cichorii intybi radix. Damit ist ausdrücklich die Wurzel von Cichorium intybus gemeint, die sowohl aus kultivierten Pflanzen als auch aus entsprechend geeigneten Sammlungen stammen kann.
Teemischungen nach Roland Draht
Im Buch Tee Therapie mit System verwendet Roland Draht Wegwartenwurzel in mehreren unterschiedlichen Kräuterkombinationen. Die kräftig bittere und erdige Wurzel wird dort mit aromatischen Samen, Blättern, Blüten und weiteren Wurzeln zu vielschichtigen Mischungen kombiniert.
Einen Schwerpunkt bildet im Buch das Themenfeld Verdauung und Stoffwechsel. Wegwartenwurzel ist dort beispielsweise Bestandteil von Tee Nr. 61 und Tee Nr. 67. In den im Buch beschriebenen Rezepturen wird sie unter anderem mit Fenchel, Kümmel, Pfefferminze, Löwenzahn und weiteren Kräuterbestandteilen kombiniert. Ihre ausgeprägte Bitterkeit fügt sich dabei in ein breites pflanzliches Geschmacksprofil ein.
Ein weiteres Themenfeld des Buches umfasst Herz, Kreislauf und Blut. Dort ist Wegwartenwurzel beispielsweise Bestandteil von Tee Nr. 28. Auch diese Einordnung folgt der im Buch dargestellten Rezeptur. Botanisch charakteristisch sind vor allem Inulin sowie bittere Sesquiterpenlactone, ergänzt durch Cumarine und Phenolcarbonsäuren. Dieses Pflanzenstoffprofil erklärt insbesondere den markant bitteren Charakter der Wurzel, ohne daraus eine konkrete Wirkung für die einzelnen Mischungen abzuleiten.
Qualität bei Kräuter & Wege
Bei Kräuter & Wege arbeiten wir mit kleinen Chargen und achten auf einen sorgfältigen Umgang mit dem Pflanzenmaterial. Die Wegwartenwurzel wird vor der Abfüllung kontrolliert und anschließend von Hand abgefüllt. Eine aromaschonende Verpackung und eine möglichst lichtgeschützte Lagerung unterstützen die sorgfältige Aufbewahrung der getrockneten und geschnittenen Wurzel bis zur Bestellung. Jede Packung wird sauber etikettiert, sicher verpackt und zuverlässig für den Versand vorbereitet.
Auch das verwendete Wasser beeinflusst, wie klar sich die erdigen und bitteren Geschmacksnoten eines Kräutertees entfalten. Deshalb führen wir neben Kräutern und Teemischungen auch ausgewählte Wasserfilter sowie Lösungen rund um die Wasserbelebung. So lassen sich sorgfältig ausgewähltes Pflanzenmaterial, gutes Wasser und eine bewusste Zubereitung sinnvoll miteinander verbinden.
Wichtiger Hinweis: Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information über Lebensmittel und deren traditionelle Verwendung. Es handelt sich nicht um Heilaussagen im Sinne des Heilmittelwerbegesetzes (HWG) und nicht um gesundheitsbezogene Angaben gemäß der EU-Health-Claims-Verordnung (VO (EG) Nr. 1924/2006). Die beschriebenen Inhalte ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Heilberufler.




