Bio Wacholderbeeren Wacholder ganz

Gewicht: 80 g
Produktinformationen "Bio Wacholderbeeren Wacholder ganz"

Wacholderbeeren, ganz
aus kontrolliert biologischem Anbau aus EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft (DE-ÖKO 039)

Synonyme:
Juniperi Fructus, Juniperus Communis L., Wachholder, Heide Wachholder, Kaddigbeeren, Kranewitterbeeren, Reckholderbeeren, Machandel, Weihrauchbaum, Weckhalter, Feuerbaum, Krammetsbeere

Anwendung:
Zur inneren und äusseren Anwendung

Teeaufguss:
1 Teelöffel zerdrückter Wacholderbeeren mit ca. 1/4 l siedendem Wasser übergießen und nach 10 Minuten abseihen.

Sicherheitshinweis:
Immer mit kochendem Wasser aufgießen und mindestens 5 Minuten ziehen lassen. Nur so erhalten Sie ein sicheres Lebensmittel.
Vor Licht und Feuchtigkeit geschützt aufbewahren.

Bitte beachten: 
Da es sich um ein Naturprodukt handelt, kann die Abbildung vom gelieferten Produkt abweichen.

Geschmack und Einordnung

Wacholderbeeren besitzen ein kräftiges und unverwechselbares Aroma. Ihr Geschmack ist würzig, harzig und leicht bitter, zugleich zeigen sich feine süßliche und frisch wirkende Noten, die an Nadelwald und immergrüne Gehölze erinnern. Beim Zerdrücken wird der charakteristische Duft besonders deutlich, da dabei das in den Beerenzapfen enthaltene ätherische Öl freigesetzt wird.

In der Teeküche sind Wacholderbeeren deshalb eine markante Zutat, die bereits in moderater Menge den Charakter einer Mischung mitbestimmen kann. Sie lassen sich gut mit milden Blüten, bitteren Kräutern, aromatischen Samen und erdigen Wurzeln kombinieren. Fenchel oder Anis können die harzige Würze weicher einbetten, während kräftige Kräuter ein vielschichtiges Gesamtaroma entstehen lassen. Wacholderbeeren bringen damit eine deutlich erkennbare, würzige Tiefe in Kräutermischungen und unterscheiden sich sensorisch klar von klassischen Blatt und Blütenkräutern.


Herkunft und Hintergrund

Wacholderbeeren stammen vom Gemeinen oder Heide Wacholder, botanisch Juniperus communis L. Die immergrüne Pflanze gehört zur Familie der Zypressengewächse und kann je nach Standort und Wuchsform als Strauch oder kleiner Baum erscheinen. Typisch sind die stechenden, nadelförmigen Blätter, die zu dritt an den Zweigen stehen und auf ihrer Oberseite einen auffälligen hellen Wachsstreifen tragen. Der Wacholder bevorzugt offene, lichtreiche Standorte und ist unter anderem auf Heiden, Magerwiesen und in lichten Wäldern anzutreffen.

Juniperus communis ist in seiner Gestalt ausgesprochen variabel und kommt in Europa in unterschiedlichen Formen vor. Die robuste Pflanze ist an eher nährstoffarme Standorte angepasst und prägt seit Jahrhunderten offene Kulturlandschaften und Wacholderheiden. Der lateinische Artname communis bedeutet „gewöhnlich“ oder „gemein“ im Sinne von weit verbreitet. Der Name Juniperus selbst ist bereits seit der Antike überliefert und besitzt eine lange sprachliche und kulturgeschichtliche Tradition.

Was im Alltag als Wacholderbeere bezeichnet wird, ist botanisch betrachtet keine echte Beere. Wacholder gehört zu den Nacktsamern und bildet daher keine Früchte im botanischen Sinn. Nach der Bestäubung werden die obersten Schuppen des weiblichen Zapfens fleischig und umschließen die Samen. So entsteht der kugelige bis eiförmige Beerenzapfen. Im reifen Zustand ist er dunkelblau bis schwarz und meist von einer bläulichen Wachsschicht überzogen.

Für Wacholderbeeren werden die ausgereiften Beerenzapfen von Juniperus communis gesammelt. Traditionell erfolgt die Ernte im Herbst, häufig durch vorsichtiges Abklopfen der reifen Zapfen. Anschließend wird das Pflanzenmaterial schonend getrocknet. Handelsware stammt unter anderem aus südosteuropäischen und mediterranen Herkunftsregionen wie Kroatien, Italien und Albanien. Herkunft, Witterungsverlauf und Reifegrad können die Zusammensetzung des Pflanzenmaterials beeinflussen.

Charakteristisch für Wacholderbeeren ist vor allem ihr Gehalt an ätherischem Öl. Dieses enthält überwiegend verschiedene Monoterpenverbindungen und prägt den intensiven, harzig würzigen Duft. Hinzu kommen unter anderem Invertzucker, Catechingerbstoffe, Leucoanthocyane und Diterpene. Das ätherische Öl sitzt in speziellen Ölbehältern des fleischigen Beerenzapfens und wird beim Zerdrücken besonders deutlich wahrnehmbar. Die Qualität der getrockneten Wacholderbeeren ist auch im Europäischen Arzneibuch beschrieben.

Wacholder gehört zugleich zu den alten Gewürz und Kulturpflanzen Europas. Die aromatischen Beerenzapfen waren bereits in der Antike bekannt und blieben über viele Jahrhunderte Bestandteil der europäischen Pflanzen und Gewürzkultur. Neben den Beeren wurden zeitweise auch Holz und Zweige genutzt, insbesondere wegen ihres intensiven aromatischen Rauchs. Diese lange Geschichte hat zahlreiche regionale Bräuche, Bezeichnungen und Überlieferungen hervorgebracht, die weit über die reine Verwendung als Gewürz hinausreichen.


Mythen und Geschichten

Der Wacholder war in früheren Jahrhunderten von zahlreichen Vorstellungen und Bräuchen umgeben. In volkstümlichen Überlieferungen galt er teilweise als besonderer Schutzbaum und wurde mit Begriffen wie Wachhalter oder Lebendigmacher verbunden. Holz und Zweige spielten auch in rituellen Räucherungen eine Rolle. Die starke, unverwechselbare Rauchentwicklung verlieh dem immergrünen Gehölz dabei eine besondere symbolische Bedeutung.

Im Mittelalter wurden Wacholderholz und Zweige vielerorts verbrannt oder zum Ausräuchern von Räumen verwendet. Aus dieser Tradition entstanden volkstümliche Namen wie Räuckholder und Feuerbaum. Überliefert sind darüber hinaus Vorstellungen vom Wacholder als magischem Holz, das in Schutzritualen und volkstümlichen Bräuchen eingesetzt wurde. Sogar Verbindungen zu Zauberkreisen und symbolischen Handlungen mit Wacholderöl finden sich in historischen Überlieferungen. So wurde der Wacholder zu einer Pflanze, bei der botanische Besonderheit, intensiver Duft und jahrhundertealte Volkskultur eng miteinander verbunden sind.


Teemischungen nach Roland Draht

Im Buch Tee Therapie mit System verwendet Roland Draht Wacholderbeeren in zahlreichen unterschiedlichen Kräuterkombinationen. Ihr kräftiges, aromatisch harziges Profil wird dort mit Blättern, Wurzeln, Blüten und weiteren Kräutern zu vielschichtigen Rezepturen kombiniert.

Ein Themenfeld des Buches umfasst Verdauung und Stoffwechsel. Wacholderbeeren sind dort beispielsweise Bestandteil von Tee Nr. 63 und Tee Nr. 67. In den im Buch beschriebenen Rezepturen werden sie mit verschiedenen bitteren, aromatischen und krautigen Pflanzen kombiniert. Ihre ausgeprägte Würze fügt sich dabei in ein breites geschmackliches Spektrum ein.

Ein weiteres Themenfeld im Buch betrifft den Bewegungsapparat und die Gelenke. Hier tauchen Wacholderbeeren beispielsweise in Tee Nr. 71 auf. Auch diese Zuordnung folgt der im Buch dargestellten Rezeptursystematik. Botanisch charakteristisch ist vor allem das ätherische Öl mit verschiedenen Monoterpenverbindungen. Hinzu kommen Gerbstoffe, Leucoanthocyane und Diterpene. Dieses Pflanzenstoffprofil prägt insbesondere das intensive Aroma der Wacholderbeeren, ohne dass daraus für die einzelnen Mischungen eine konkrete Wirkung abgeleitet wird.


Qualität bei Kräuter & Wege

Bei Kräuter & Wege arbeiten wir mit kleinen Chargen und achten auf einen sorgfältigen Umgang mit dem Pflanzenmaterial. Die Wacholderbeeren werden vor der Abfüllung kontrolliert und anschließend von Hand abgefüllt. Eine aromaschonende Verpackung und eine möglichst lichtgeschützte Lagerung sind bei einem Pflanzenmaterial mit intensivem ätherischem Aroma besonders wichtig. Jede Packung wird sauber etikettiert, sicher verpackt und sorgfältig für den Versand vorbereitet.

Auch die Qualität des verwendeten Wassers beeinflusst, wie klar sich die würzigen und harzigen Geschmacksnoten eines Kräutertees entfalten. Deshalb führen wir neben Kräutern und Teemischungen auch ausgewählte Wasserfilter sowie Lösungen rund um die Wasserbelebung. So lassen sich sorgfältig ausgewähltes Pflanzenmaterial, gutes Wasser und eine bewusste Zubereitung sinnvoll miteinander verbinden.

Wichtiger Hinweis: Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information über Lebensmittel und deren traditionelle Verwendung. Es handelt sich nicht um Heilaussagen im Sinne des Heilmittelwerbegesetzes (HWG) und nicht um gesundheitsbezogene Angaben gemäß der EU-Health-Claims-Verordnung (VO (EG) Nr. 1924/2006). Die beschriebenen Inhalte ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Heilberufler.

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